Vom Leiden und Sterben

Zusätzliche Bitte für alle von einem Krieg betroffenen Menschen
   

Am Karfreitag wurde um 15 Uhr in der Pfarrkirche die Karfreitagsliturgie gefeiert. Zu Beginn der Liturgie warfen sich Pfarrer Bernhard Pastötter, Pastoralassistent Alexander Straub und die Ministranten bei der Prostratio vor dem Kreuz zu Boden. Bei den Fürbitten gab es heuer eine zusätzliche Bitte für die Menschen in allen Kriegsgebieten, für alle Flüchtlinge, Schwachen und Verfolgten.

   

   

Pfarrer Pastötter erinnerte in seiner Predigt daran, dass der gefesselte Jesus am Karfreitag von Pilatus mit den Worten „Ecce homo! – Seht, der Mensch!“ der wütenden Menge vorgeführt wurde. Der geschundene Jesus repräsentiert dabei das Leid der gesamten Menschheit. Denn obwohl wir Menschen uns vom eigenen Schicksal ablenken, wird uns der Schmerz der Realität immer wieder einholen.

   

   

Der Anblick Jesu deckt auch weitere Charakterzüge des Menschen auf, nämlich das Böse. Denn jeder Mensch besitzt an sich die Fähigkeit anderen Menschen Leid zuzufügen, sie zu quälen oder sogar zu töten. Das prominenteste Beispiel ist derzeit der Ukrainekrieg, der die täglichen Nachrichten mit schrecklichen Bildern füllt und die Schattenseite des menschlichen Daseins vor Augen führt. Diese dunklen Charaktereigenschaften kommen besonders bei Bedrohung des eigenen Lebens zutage, doch auch wenn ein Gewinn für die persönliche Lebenssituation in Aussicht ist. Das erschreckendste Motiv ist jedoch das Vergnügen, welches manche Mitmenschen empfinden, wenn sie andere leiden und sterben sehen.

   

   

Während diese Schattenseite vor allem vom unmittelbaren sozialen Milieu, den Vorbildern und den Wertevorstellungen geprägt ist, besitzt jeder Mensch diesen Hang zum Bösen, der sich meist nur auf Alltäglichkeiten, wie schlechte Worte oder falsches Auftreten beschränkt. Im jüdisch-christlichen Glauben wurde der Mensch von Gott zwar gut geschaffen, entschied sich aber im Sündenfall für das Böse und gab sich den Verlockungen hin. Von da an wurde der Mensch von Sünde und Tod geplagt.

   

   

Doch Gott nahm den Menschen erneut an und entsandte selbst seinen Sohn in die Welt, um die Schuld auf sich zu laden und die Menschen von der erdrückenden Last des Todes zu befreien. Diese Erlösung wurde den Menschen im Tode Jesu angeboten. So ist das Kreuz sowohl das Mahnmal unseres Schicksals als auch das Denkmal der erlösenden Liebe Gottes.

   

   


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Text und Fotos: Lisa Lugauer / Laber-Zeitung

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Fotos: Bernhard Pastötter

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