Zeitungsbericht zum Konzert am 04.08.2023:

   

Orgelnacht in der Pfarrkirche begeisterte – Drei Kirchenchöre sangen

Buchstäblich alle Register zogen bei der Orgelnacht in der katholischen Pfarrkirche zwei Organisten, der mit Sängerinnen und Sängern aus Rohr und Allkofen verstärkte Kirchenchor Schierling sowie Gesangs- und Instrumentalsolisten. Die Vorträge waren erhebend und begeisternd zugleich und entsprechend lang hielt der Beifall der Besucher an.

Pfarrer Bernhard Pastötter kündigte den Abend als „Sommerkonzert“ an, bei dem die Orgel als „Königin der Musikinstrumente“ im Vordergrund steht. Er freute sich, dass mit Dr. Alexander Reichle einer der Organisten aus Ravensburg angereist war. Reichle hatte einige Jahre die Orgel in der katholischen und evangelischen Gemeinde Schierling gespielt. Außerdem begrüßte er Franz Schloder, der ihm bereits aus seiner Zeit als Kaplan in Dingolfing bekannt ist. „Musik führt zusammen!“, sagte der Pfarrer und begründete dies auch mit Zusammenwirken von Kirchenchorsängerinnen und -sängern aus Schierling, Rohr und Allkofen.

 
   
Bei der „Orgelnacht“ in der Pfarrkirche Schierling begeisterte der große Kirchenchor aus Sängerinnen und Sängern aus Schierling, Rohr und Allkofen unter der Leitung von Tobias Hänschke (links) und Begleitung durch Daniel Harlander mit einem kurzweiligen Programm.

   

Pfarrer Pastötter: „Musik führt zusammen!“
Im Mittelpunkt des Vortrags von Alexander Reichle stand die „Messe pour les couvents“ von François Couperin, die dieser 1690 komponiert hat. Diese „Messe für Klöster“ ist eine von nur zwei Orgelmessen, die Couperin geschaffen hat. Sie stellt einen der Höhepunkte des klassischen französischen Repertoires dar. Von Johann Ludwig Krebs, einem der Lieblingsschüler von Johann Sebastian Bach, ließ Reichle das „Freu dich sehr, o meine Seele“ hören.

Franz Schloder stieg ein mit „Toccata und Fuge in d-Moll (BWV 565)“, dem berühmten und mit Abstand bekanntesten Orgelwerk Johann Sebastian Bachs und der gesamten europäischen Kunstmusik. Vom Weidener Komponisten Max Reger (1873 bis 1916) spielte er die Romanze a-Moll und führte das Publikum in das Werk ein. Reger habe das Werk im heißen Sommer des Jahres 1904 geschrieben. „Man hört, wie ihn die Hitze plagt“, so Schloder. Er lasse den Jugendstil aufleuchten, der das Vorhandene aufgenommen, verwässert und unbestimmt gemacht hat. „Alles war schon einmal da gewesen, wurde aber verfremdet und in Frage gestellt“, so Schloder und die Musik sei deshalb eher als unangenehm zu empfinden, doch es ende in Harmonie. Und so war es dann auch in der Pfarrkirche Schierling.

   

Jeweils eine halbe Stunde spielten Franz Schloder und Dr. Alexander Reichle die neue Schierlinger Orgel und waren sehr angetan von dem Instrument.

   

Die ganze Konzentration des Organisten war bei der Orgelsonate Nr. 4 d-Moll op. 61 von Félix Alexandre Guilmant gefordert. Fast 20 Minuten erlebten die Besucher ein fulminantes Spiel, das extrovertierte Teile genauso in sich trug wie luftiges und heiteres, und das vor allem auch einen sehr anspruchsvollen Pedal-Part hat. Schloder erwies beim Applaus des Publikums auch der neuen Schierlinger Kirchenorgel seine Referenz. „Ich habe vier Jahre an einer Orgel mitgebaut und weiß, welche Arbeit und Leistung da dahintersteckt“, sagte Schloder. Die Kirchenchöre überzeugten mit einem vielseitigen Programm, das Werke von Bach, Mozart, Händel, Rathborn („Rejoice in the Lord always“, „Freut euch allezeit im Herrn“), E. Elgar („Ave Verum“) und J. Rheinberger („Ave Maria“) beinhaltete.

Durch das Kirchenfenster konnte man zum Start dieses Teils den Eindruck einer „blauen Nacht“ haben, denn sie leuchteten in einem kräftigen blau. Als Gesangssolisten wirkten die Sopranistinnen Martha Spielbauer und Gabriele Zieroff, der Tenor Stefan Zieroff, sowie der Bariton Tobias Hänschke mit. Einen eindrucksvollen Höhepunkt stellte D. Buxtehudes „Kommst du Licht der Heiden“ mit dem Schluss „Dann, so will ich für und für, Hosianna singen dir“ dar. Dieses Stück begleiteten Carolina Brem und Greta Gabriel mit der Violine. Es war besonders intensiv beim jährlichen Probenwochenende des Kirchenchores in Schweiklberg einstudiert worden. Zum Abschluss war „Salmo 150“ des zeitgenössischen brasilianischen Komponisten Ernani Aguiar zu hören.

   

Den Mitwirkenden war das Glück in das Gesicht geschrieben angesichts des großen Applauses durch das Publikum.

   

Die Leitung dieses Chor-Teils hatte Tobias Hänschke und die Orgel spielte Daniel Harlander. Beide betreuen den Kirchenchor Schierling. Harlander war sichtlich froh und glücklich über den Erfolg, ebenso wie alle anderen Akteure. Die Kolpingsfamilie sorgte für die Bewirtung der Akteure und Gäste. Es gab sehr viel Lob über die Leistung der Amateure und auch für die Auswahl der Stücke.

Pfarrer Anton Schober aus dem benachbarten Thalmassing, der rund eineinhalb Jahrzehnte Dekan gewesen war, zollte allen Mitwirkenden großen Respekt und Anerkennung.

   

>> Einladungsplakat <<

   

   

(Text und Fotos: Fritz Wallner // Laber−Zeitung)

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