Einzug von Jesus in Jerusalem

Der Palmsonntag fällt nicht aus, er wird nur anders gefeiert
   

Mit dem Palmsonntag beginnt die Karwoche, in der die Christen des Leidens und Sterbens Jesu gedenken. Der Palmsonntag erinnert an den Einzug von Jesus in Jerusalem. Seine Mission tritt mit einem verheißungsvollen Auftakt in ihre entscheidende Phase ein. Im Matthäus-Evangelium steht dazu das Wort „Hosanna in der Höhe“, das in jeder Eucharistiefeier gesungen wird. Die Segnung der Palmzweige, die Palmprozession und der Gottesdienst mit dem Verlesen der Passion Christi müssen heuer wegen der Corona-Pandemie entfallen.

Jesus war als Jude geboren worden. In jedem Jahr wurde das jüdische „Paschafest“ gefeiert. Dafür reisten viele Menschen des jüdischen Glaubens in die Stadt Jerusalem. Dort feierten sie mehrere Tage gemeinsam ihren Glauben. Jesus hatte sich einige Zeit nicht in der Öffentlichkeit gezeigt, weil die Behörden ihn überwachten. Sein Erscheinen im Zusammenhang mit dem Paschafest, zu dem auch diesmal wieder viele Wallfahrer in die Stadt gekommen waren, erregte Aufsehen. Er wurde freudig begrüßt, als er auf einem Esel in die Stadt ritt. Dieser Zuruf „Hosanna – gesegnet, der kommt im Namen des Herrn, gesegnet das kommende Reich unseres Vaters David“ (Mk 11,7; 10) wurde damals nicht allein religiös verstanden. Die Erwartungen richteten sich darauf, dass Jesus das Reich Davids wiederherstellen, das heißt, die politischen Verhältnisse in Palästina ändern würde. Die Menschen hofften insbesondere, dass Jesus sie von den Römern befreien würde. Denn zu dieser Zeit war Jerusalem von den Römern besetzt und die Bewohner Jerusalems waren in ihrem Leben stark durch die Römer eingeschränkt. Die Römer aber hatten Angst vor Jesus und waren auch eifersüchtig und neidisch auf ihn. Denn sie befürchteten, dass das Volk Jerusalem Jesus als König haben wollte und sie, die Römer, damit an Macht verlieren würden.

Jesus entzog sich dieser Erwartung. Er „nutzte“ die Begeisterung der Menge nicht politisch aus. Vielmehr setzte er sich kritisch mit der religiösen Praxis auseinander. Er vertrieb die Händler aus dem Tempel, die für das kommende Fest Schafe und anderes verkauften. Die Evangelien berichten über Streitgespräche mit den Theologen, den Schriftgelehrten und die Prophezeiungen Jesu vom Untergang der Stadt. Es läuft auf das Ende hin. Seit urdenklicher Zeit wurden auch in Schierling die Palmzweige gesegnet und anschließend in einer Prozession zur Pfarrkirche gebracht. Das entfällt heuer, nicht jedoch das Gedenken an diese für den christlichen Glauben wichtige historische Begebenheit. Der OGV verzichtet wegen der anhalten Corona-Krise auf das Schmücken des Osterbrunnens.

   

In Schierling entfallen, wie in allen anderen Orten auch, die Palmprozession sowie die Gestaltung und Segnung des Osterbrunnens (Archiv-Fotos).

   

Fernsehübertragungen:
Die Gläubigen haben auch am Palmsonntag die Möglichkeit, die heilige Messe am Fernseher mitzufeiern. TVA Regensburg überträgt im Auftrag des Bistums Regensburg in seinem Fernsehprogramm und auf der Homepage den Palmsonntagsgottesdienst mit Bischof Dr. Rudolf Voderholzer um 10 Uhr live aus dem Regensburger Dom. Das Bayerische Fernsehen zeigt von 9.55 bis 12.15 Uhr die Palmsonntags-Feiern mit Papst Franziskus am Petersplatz in Rom. Das ZDF überträgt von 9.30 bis 10.30 Uhr den Gottesdienst aus dem leeren Wiener Stephansdom mit Erzbischof, Kardinal Christoph Schönborn.

   


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Text und Fotos: Fritz Wallner

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