Jesu Kreuz ist Auferstehungshoffnung

Liturgische Feiern ohne Kirchenbesucher – Hausgottesdienste sind auf der Homepage
   

Am Karfreitag wird der Menschheit das Leiden und Sterben Jesu nähergebracht. Wegen der Corona-Pandemie entfallen alle liturgischen Feiern – auch in Schierling. Doch gerade aufgrund der Schwierigkeiten in diesen Wochen wird überdeutlich, welch doppelte Bedeutung das Kreuz hat: Es ist einerseits äußeres Zeichen für alles Leid und alle Enttäuschungen des Lebens. Und andererseits für das Innere der Menschen ein strahlendes Zeichen von Zukunft, Hoffnung und Rettung, sowie für ein lebendiges Christsein in einer sich verändernden Welt.

   

An den liturgischen Feiern zum Karfreitag, bei denen die Kreuzverehrung einen wichtigen Platz einnimmt, können heuer auch in Schierling keine Gläubigen teilnehmen.

   

Jesus Christus wurde als Sohn Gottes, der die Welt und die Menschen geschaffen hat, in Betlehem in Israel als Jude geboren. Der Stammbaum von Jesus Christus geht direkt zurück bis zu König David. Dieser war der größte König, den Israel je hatte und von dem am umfangreichsten in der Bibel geschrieben wird.

Warum Jesus sterben musste
Jesus wurde nicht zufällig hingerichtet. Er musste sterben, weil er wegen Gotteslästerung schuldig gesprochen wurde. Israel war von den Römern besetzt, und alles, was den Zusammenhalt des Volkes bedrohte, war für den „Hohen Rat“ gefährlich. Für die führenden Juden war Jesus ein Aufrührer, ein Ketzer, er musste weg. Auch nach römischem Recht war Jesus schuldig. Sich als Messias oder König zu bezeichnen, galt als Hochverrat gegen den Kaiser. Die Umstände und die Ungerechtigkeit, die zu Jesu Tod führten, waren schrecklich. Er wurde von der damaligen staatlichen und religiösen Macht gleichermaßen auf brutalste Weise liquidiert.

Liebe gepredigt
Tatsächlich war Jesus aber unschuldig. Er war kein Verbrecher. Er hat Liebe gepredigt, Kranke geheilt und Menschen zu Gott geführt. Und doch ist es kein einfacher Zufall, dass sein Leben am Kreuz geendet hat. Viele Propheten hatten schon lange vorher angekündigt, dass der Messias schändlich sterben würde, um die Menschen von ihrer Sünde und Schuld zu befreien. Jesus selbst wusste, was auf ihn zukommt. Er war bereit, das Opfer zu bringen und sein Leben zu geben.

Kreuz im Zentrum
Das Kreuz steht im Zentrum des Karfreitags. Es zeigt die Welt, wie sie wirklich ist oder sich wirklich darstellt: Voller Abgründe und menschlicher Tragödien. Das Kreuz als Zeichen der Wirklichkeit zeigt die Unvollkommenheit des Menschen und der Schöpfung mit ihren Naturkatastrophen, Kriegen und Krankheiten wie mit der jetzigen Corona-Pandemie. Zu den schweren, dunklen und schlimmen Erfahrungen des menschlichen Lebens gehören auch die zerstörerischen Kräfte von Hass und Neid, von Schuld und Unfrieden untereinander. Diese werden oft nicht von außen an die Menschen herangetragen, sondern sie brennen im Herzen eines jeden einzelnen selbst.

Von der erlösenden Tat
Angesichts vieler Bedrohungen des Lebens ist das Zeichen des Kreuzes für Christen unverzichtbar, denn wer zum leidenden Christus am Kreuz aufblickt, dem werden oder können alle möglichen Härten des Lebens in Erinnerung gerufen werden. Worin aber besteht die erlösende Tat Jesu am Kreuz? „Auf diese Frage können tausend richtige Antworten gegeben werden, weil das Gefragte alle Unbegreiflichkeiten Gottes und des Menschen versammelt in sich birgt, und kein einzelner Satz diese eine Unbegreiflichkeit ausschöpfen kann“, antwortete dazu der Jesuit Karl Rahner (1904-1984), der als einer der wichtigsten Theologen des 20. Jahrhunderts gilt. Durch den Tod Jesu sei der alltägliche Tod, der allen gemeinsam ist und der keinem erspart bleibt, zum Zeichen grenzenloser Hoffnung geworden, womit eine letzte Würde und Bedeutung verbunden ist, so Rahner weiter.

   

Das Tor zum Friedhof ist der Beginn des letzten Weges auf dieser Erde, und das Friedhofs-Kreuz ist zugleich auch Auferstehungshoffnung.

   

Friedhofskreuz – Auferstehungshoffnung
Mit dem Kreuz ist die Auferstehungshoffnung der Menschen untrennbar verbunden, was mit jedem Friedhofskreuz zum Ausdruck kommt. Auch die Botschaft Jesu aus Joh. 14, 19 „Jesus Christus spricht: Ich lebe und ihr sollt auch leben“ steht für diese Hoffnung. Wer Abschied nehmen muss, kann diese Hoffnung nicht immer ohne Weiteres annehmen. Trauer benötigt Zeit. Im Kreuz kommen Passion und Ostern gleichermaßen zum Ausdruck: Tod und Auferstehung Christi sowie Tod und Hoffnung der Christen.

Fernsehübertragungen
Die Gläubigen haben auch am Karfreitag die Möglichkeit, die Liturgie mitzufeiern. In der ARD wird um 10 Uhr ein evangelischer Gottesdienst zum Karfreitag aus Bautzen gezeigt. TVA Regensburg überträgt im Auftrag des Bistums Regensburg in seinem Fernsehprogramm und auf der Homepage die Feier vom Leiden und Sterben Christi mit Bischof Dr. Rudolf Voderholzer um 15 Uhr live aus dem Regensburger Dom. Im Bayerischen Fernsehen wird der Kreuzweg mit Papst Franziskus um 21 Uhr live aus Rom übertragen.

   


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Text und Fotos: Fritz Wallner

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